Fallrohrsanierung im laufenden Betrieb einer Ferienwohnanlage

Fa. CANN'A'QUA Kanalsanierung aus Bad Harzburg erfolgreich im Einsatz

CANN'A'QUA Kanalsanierung bei der Fallrohrsanierung über den Dächern von Bad Harzburg
Bild 1: CANN'A'QUA Kanalsanierung bei der Fallrohrsanierung über den Dächern von Bad Harzburg

Die Sanierung von Schmutzwasser-Fallrohren mit dem Schlauchlining-Verfahren ist im Vergleich zur Sanierung von erdverlegten Grund- und Anschlussleitungen in Deutschland (noch) nicht weit verbreitet. Die bautechnischen Randbedingungen, wie insbesondere die Sanierung in kleinen Nennweiten ab DN 50, Dimensionswechsel, Bögen bis zu 90° sowie das Öffnen seitlicher Abzweige und Zuläufe, erfordern neben geeigneter Gerätetechnik vor allem auch handwerkliches Geschick. Die Firma CANN'A'QUA Kanalsanierung aus Bad Harzburg stellt sich diesen Herausforderungen bereits seit Jahren und saniert neben erdverlegten Leitungen auch Abwasserohre innerhalb von Gebäuden ohne Stemm- und Aufbrucharbeiten. In einem aktuellen Projekt wurden die schmutzwasserführenden Fallleitungen einer Ferienanlage in Bad Harzburg grabenlos saniert – und zwar im laufenden Ferienbetrieb (s. Bild 1). Nachfolgend ein Baustellenbericht über die nicht ganz alltägliche Maßnahme.

Entwässerungsnetz mit baujahrtypischen Mängeln

Ferienanlage mit Eigentumswohnungen am Stadtrand von Bad Harzburg
Bild 2: Ferienanlage mit Eigentumswohnungen am Stadtrand von Bad Harzburg

Die in den 70er Jahren gebaute Ferienanlage verfügt über etwa 400 Eigentumswohnungen in 3 Wohntürmen (s. Bild 2). Ursprünglich diente die Anlage als Hotel für Urlauber aus den umgebenden Großstädten. Vor etwa 20 Jahren wurde der Hotelbetrieb eingestellt und die Anlage in Ferienwohnungen umgewandelt. Die Wohntürme verfügen über 16 Stockwerke mit einer Gesamthöhe von bis zu 55 Metern. Die Entwässerungsanlage stammt aus den 70er Jahren und besteht bei den Schmutzwasserleitungen aus Stahlrohren. Die Fallleitungen sind Bestandteil des Gemeinschaftseigentums, die Entwässerungsrohre in den Wohnungen gehören den jeweiligen Wohnungseigentümern. Die Fallleitungen haben entsprechend der Wohnhaushöhe Längen von bis zu 50 Metern. Die Leitungen in den Wohnungen sind sehr kurz mit bis zu 2 Metern Länge.

Korrodierte Rohrverbindung im Stahlrohr nach etwa 50 Jahren Betrieb
Bild 3: Korrodierte Rohrverbindung im Stahlrohr nach etwa 50 Jahren Betrieb

Arbeiten dort und dann, wo und wenn andere Urlaub machen – und das unter Zeitdruck

Der Auftrag zur Sanierung der Abwasserrohre ohne Stemm- und Aufbrucharbeiten wurde an die lokal ansässige Firma CANN'A'QUA Kanalsanierung aus Bad Harzburg vergeben (s. Bild 4). Die Firma hat bereits seit Jahren Erfahrungen bei der Sanierung sowohl von erdverlegten Abwasserleitungen als auch von Abwasserleitungen innerhalb von Gebäuden. Als jahrelanger Anwender des BRAWOLINER®-Schlauchlining- und neuerdings auch des Spray-Liner®-Verfahrens, verfügt das Unternehmen darüber hinaus über das notwendige technische Equipment für die anspruchsvolle Sanierung der Abwasserrohre innerhalb von Gebäuden.

Fa. CANN'A'QUA Kanalsanierung aus Bad Harzburg im Einsatz
Bild 4: Fa. CANN'A'QUA Kanalsanierung aus Bad Harzburg im Einsatz
Fa. CANN'A'QUA Kanalsanierung aus Bad Harzburg im Einsatz

Die große Herausforderung bei der Sanierung der Abwasserrohre in der Ferienwohnungsanlage in Bad Harzburg war, dass die Sanierung im laufenden Betrieb erfolgen musste. Einschränkungen und Störungen für die Bewohner mussten daher so kurz wie möglich gehalten werden. Ziel und Vorgabe war, die Fallleitungen inklusive der bis zu 26 Zuläufe pro Fallstrang in nur wenigen Stunden zu sanieren, so dass die Bewohner auf die Entwässerung maximal zwischen 8 und 16 Uhr verzichten mussten.

Planung und Vorbereitung sind der Schlüssel zum Erfolg

Um den engen und herausfordernden Zeitplan von maximal 8 Stunden Sanierungszeit pro Fallleitung einschließlich der Wiederöffnung der Zuläufe einzuhalten, waren die Planung und die Vorbereitung der Schlüssel zum Erfolg. In diesem Zusammenhang wurden wichtige Aspekte im Vorfeld beachtet und folgende Arbeiten vorab durchgeführt:

  • Herstellung von Revisionsöffnungen in einigen Zwischenetagen,
  • Verteilung und Aushang von Informationen für Anwohner,
  • Baustelleneinrichtung und
  • Reinigung der Entwässerungsanlage
Neu hergestellte Revisionsöffnungen in einigen Zwischenetagen der Ferienwohnanlage
Bild 5: Neu hergestellte Revisionsöffnungen in einigen Zwischenetagen der Ferienwohnanlage
Bewohnerinformationen als Aushang in der Wohnanlage
Bild 6: Bewohnerinformationen als Aushang in der Wohnanlage
Bewohnerinformationen als Aushang in der Wohnanlage
Tränkung des Schlauchliners BRAWOLINER HT (DN 125) auf der Baustelle
Bild 7: Tränkung des Schlauchliners BRAWOLINER HT (DN 125) auf der Baustelle
Transport des Schlauchliners auf das Dach
Bild 8: Transport des Schlauchliners auf das Dach
Inversion des Schlauchliners vom Dach
Bild 9: Inversion des Schlauchliners vom Dach
Schlauchliner am Inversionsende im unteren Stockwerk angekommen
Bild 10: Schlauchliner am Inversionsende im unteren Stockwerk angekommen
Dampfaushärtung des Schlauchliners
Bild 11: Dampfaushärtung des Schlauchliners

Zeitplan eingehalten: 50 Meter Fallleitung mit bis zu 26 Zuläufen in 8 Stunden saniert

Insgesamt wurden an neun Tagen neun Fallleitungen saniert. Der Zeitplan wurde an jedem Tag eingehalten. Nachfolgend dargestellt ist beispielhaft ein Tagesablauf von der Sanierung einer Fallleitung: 

08:00 Uhr:    Ankunft der Sanierungskolonne auf der Baustelle (in der Regel 4 Personen).

08:30 Uhr:    Die Leitung wird gesperrt und letztmalig mittels TV-Inspektion befahren. In der Zwischenzeit wird der Schlauchliner bereits getränkt und auf die erforderliche Wandstärke gewalzt (s. Bild 7).

09:15 Uhr:    Der Schlauchliner wird auf das Dach gebracht und die Inversion von oben nach unten gestartet (s. Bild 8 und Bild 9). Die Inversion und der Linerverlauf werden in den Zwischenetagen in den Revisionsöffnungen kontrolliert. Die Inversion ist abgeschlossen, sobald der Liner am Endpunkt im unteren Geschoss angekommen ist (s. Bild 10).

10:00 Uhr:    Die Dampfanlage wird gestartet und die Aushärtephase beginnt (s. Bild 11).

11:30 Uhr:    Der Schlauchliner ist ausgehärtet und die Abkühlphase beginnt. Am Startpunkt und am Inversionsende wird der Schlauchliner bündig abgeschnitten. Die Leitung wird wieder an das Entwässerungsnetz angeschlossen. Währenddessen wird der Schlauchliner weiterhin von oben mit Luft gekühlt.

11:45 Uhr:     Die Revisionsöffnungen in den Zwischenetagen werden mittels eines Trennschleifers geöffnet. Der Schlauchliner wird im Bereich der Revisionsöffnungen in den Zwischenetagen mit einem speziellen Silikon abgedichtet.

12:00 Uhr:    Das Öffnen der Anschlüsse mit dem Fräsroboter aus der Fallleitung heraus startet (s. Bild 12). Gearbeitet wird von unten nach oben. Das Öffnen eines Zulaufs dauert bei einem erfahrenen Monteur deutlich weniger als 10 Minuten (5 bis 6 Minuten im Schnitt). Vom 1. bis zum 9. Geschoss werden die Arbeiten bis etwa 13:30 Uhr abgeschlossen und bis zu 13 Zuläufe geöffnet (s. Bild 13). Die Bewohner können unmittelbar nach der Öffnung des Zulaufs die Entwässerung wieder in Betrieb nehmen.

14:00 Uhr:    Der Fräsroboter wird in das 16. Geschoss gebracht und die Öffnung der Zuläufevon Etage 10 bis 16 beginnt. Die Fräsarbeiten werden gegen 15:30 Uhr abgeschlossen. Danach können sämtliche Entwässerungsgegenstände im Gebäude wieder in Betrieb genommen werden.

16:00 Uhr:    Die Baustelle wird aufgeräumt und die Arbeiten abgeschlossen.

 

 

Fallleitungen mit BRAWOLINER® HT und Leitungen in den Wohnungen mit Spray-Liner®

Einsatz des Fräsroboters (IMS Robotics) im DN 125er Fallstrang zum Öffnen der Zuläufe
Bild 12: Einsatz des Fräsroboters (IMS Robotics) im DN 125er Fallstrang zum Öffnen der Zuläufe

Im Zuge der Baumaßnahme wurden insgesamt 9 Fallleitungen in DN 100 und DN 125 mit dem speziell für den Inhouse-Bereich bauaufsichtlich zugelassenen Schlauchliner BRAWOLINER® HT saniert. Mit dem Liner werden insbesondere die Anforderungen im Inhouse-Bereich an den Brandschutz (Klasse B2) und die Wärmeformbeständigkeit (> 93°C) eingehalten. Zu beachten ist, dass die Fallleitungen Bestandteil des Gemeinschaftseigentums sind und der Auftrag aus der Eigentümergemeinschaft heraus erteilt wurde. Die Entwässerungsleitungen innerhalb der Wohnungen sind in den Nennweiten DN 50, DN 70 und DN 100 verlegt (Küchen- und WC-Anschlüsse). Die Sanierung dieser Leitungen kann durch die Wohnungseigentümer im Zusammenhang mit der Baumaßnahme ebenfalls beauftragt werden. Dies ist jedoch von jedem Wohnungseigentümer selbst zu erledigen. Nach erteiltem Auftrag werden die in der Regel sehr kurzen Leitungen in den Wohnungen mit dem ebenfalls für die Inhouse-Sanierung bauaufsichtlich zugelassenen Verfahren Spray-Liner® durch die Firma CANN'A'QUA Kanalsanierung saniert.

Drei Bauabschnitte in drei Jahren

Mit Fräsroboter geöffneter Zulauf DN 100 aus einem DN 125er Fallstrang heraus
Bild 13: Mit Fräsroboter geöffneter Zulauf DN 100 aus einem DN 125er Fallstrang heraus

Nachgefragt bei Michael Filek, Geschäftsführer CANN'A'QUA Kanalsanierung

Michael Filek, Geschäftsführer CANN'A'QUA Kanalsanierung
Bild 14: Michael Filek, Geschäftsführer CANN'A'QUA Kanalsanierung

Was waren die größten Herausforderungen im Zuge der Baumaßnahme?

Wir haben uns mittlerweile so eingespielt, dass die Anwohner umgehend benachrichtigt werden, sobald der Anschluss durch uns geöffnet wurde und die Entwässerung wieder genutzt werden kann. Hierdurch kamen die Anwohner in den unteren Geschossen bereits ab ca. 12:00 Uhr in den Genuss, die Abwasserleitungen wieder nutzen zu können. Durch diese Maßnahme mussten die Anwohner nur 3 bis 4 Stunden mit Einschränkungen leben. Die Anwohner in den oberen Geschossen mussten maximal 8 Stunden warten. Die Arbeiten je Fallstrang begannen mit unseren Mitarbeitern vor Ort täglich um 8 Uhr und waren in der Regel spätestens um 16 Uhr abgeschlossen. Dies hat nicht nur die Bewohner und mich, sondern vor allem die Mitarbeiter sehr gefreut, da sie pünktlich

Wie geht es bei Ihnen weiter? Sind weitere derartige Maßnahmen in Planung?

Vielen Dank, Herr Filek!